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Besuchen Sie doch mal die Wilhelma in Stuttgart und insbesondere die neue Attraktion Wilbär, das Eisbären-Junge. Heute (16.4.2008) war es soweit - früher als ursprünglich vermutet wollte die Eisbärenmutter Corinna mit ihrem Kleinen ins Freie. Somit durfte auch Wilbär mit seinen 4 Monaten ans Tageslicht. Nach ein paar Probeläufen ohne Zuschauer traute man Mutter und Sohn nun das Bad in der Menge zu. In der Presse erschien nur ein kleiner Artikel, dass heute Wilbär die ersten öffentlichen Schritte im Freien machen darf und die Presse 1 Stunde Vorrang hat.
Und vor 11 ist erstmal warten angesagt - auch Anton, der Vater von Wilbär im Nebengehege, platzt fast vor Neugier. Eisbären sind Einzelgänger und die Väter haben nach dem Akt nicht mehr viel zu tun und verziehen sich in der Natur wieder. Im Zoo sieht es dann so aus, dass diese aus Sicherheitsgründen für das Eisbärenbaby in das Nebengehege kommen. Aber als Vater ist auch Anton neugierig, warum alle Menschen in das Nebengehege schauen und die Scheibe zum Nebengehege weiß gestrichen wurde!
Knapp nach 11 Uhr ist Showtime - Wilbärs erste Schritte im Freigehege. Leider steht die Presse der Sicht für Normalsterbliche auf Leitern im Weg. Es werden also öfters auch Körperteile, die nicht zu Eisbären gehören, im Bild sein.
Wie groß das Interesse an Wilbär ist, lässt sich erahnen, wenn man mal die Leute um einen herum zählt. Dabei war der Zeitungsartikel vom vorzeitigen Freigang nicht sehr groß in der Tageszeitung. Und hatte ich schon erwähnt, dass die Leute, die vorne im Bild sind, auf Leitern stehen? Ja, dabei gäbe es auch eine Glasscheibe, wo man sowohl durchsehen als auch durchfotografieren könnte.
Der Eisbären-Vater hingegen macht einen Abgang wegen Desinteresse an seiner Person. Wenn alle in eine Richtung schauen, die für einen selbst durch eine weiße Scheibe nicht sichtbar ist, dann geht man lieber.
Und auch Eisbären sind nach dem Bad einfach naß und tropfen - Sie sollten also keinen nassen Eisbär (egal wie süß er ist) ins Haus lassen. Nach der ersten Showeinlage (ja, Stuttgarter Eisbären bieten sofort etwas) geht es wieder ans Land zum Trocknen - leider ohne Sonne, aber immerhin regnet es auch nicht mehr (was für die Kameras und die eigene Moral von Vorteil ist).
Und nach dem Bade gilt es die Frage zu klären: "Wie kommt das Wasser aus dem Pelz eines Eisbären - wie beim Hund?"
Und nach dem ersten Schütteln sieht man lustig aus - Eisbär mit Igelfrisur.
Nach dem Bade kommt das Kapitel: kleiner Eisbär Wilbär ganz groß.
Herumlaufen im Gehege und das Umfeld inspizieren. Natürlich fragt man sich als Eisbär, was machen die Leute vor dem Zaun da? Und sind die nun immer da?
Und die Tatzen sind schon beachtlich von dem gerade mal 1 Meter großen Eisbär. Damit läuft es sich erst noch gut herum auf den Erkundungstouren.
Damit die Erkundungstouren nicht zu gefährlich werden - von Zeit zu Zeit nach Mamma Eisbär schauen, ob die einen auch noch im Auge hat.
Und weiter die Umwelt erkunden - nicht umsonst heisst man Wilbär. Das Wil kommt wohl von der Wilhelma und das Bär ist der tierische Teil des Eisbären - also Wil-Bär.
Mal schauen, ob sich da unten ein Eisbär versteckt zum Spielen?
Und kuscheln ist auch eine klasse Sache - besonders wenn man so eine große Eisbärenmutter hat, die schaut, ob die Zuschauer sich ordnungsgemäß verhalten.
Und das Fell ist erst recht klasse weich.
Aber als Bär kann man nicht nur kuscheln - eine Kraftprobe muss immer drin sein. Wilbär fordert zum Armdrücken auf. Wenn das mal kein Problembär für die Mutter wird.
Und damit es fair bleibt - Arm gegen Schnauze drücken. Probieren Sie das niemals selber mit einem Bär aus - egal wie klein er ist. Auch 1 Meter große Babybären haben Power.
O Mann, es sind ja immer noch alle Besucher und so viele Kameras da.
Solange das Söhnchen unterwegs ist, macht die Mutter Corinna den Besuchern klar, wer hier erziehungsberechtigt ist! Nur damit keine Missverständnisse aufkommen.
Und zur Erziehung gehört auch, Sohnemann Wilbär zu zeigen, was Eisbären gerne machen - zum Beispiel baden. Also ab ins Wasser.
Aber Wasser ist nasser von außen.
Und schwimmen ist klasse, auch wenn man pitschnass fast nicht mehr wie ein Eisbär aussieht, sondern eher wie ein weißer Hund.
Nun eine neue Disziplin: Eisbärenrückenschwimmen. Also auf den Rücken von der Mutter liegen und mitschwimmen.
Und was passiert, wenn man als Eisbär Wilbär in die Ecke schwimmt? Alle Fotografen verlassen schnurstracks ihre Leitern und fallen auf die Knie. Was für ein Anblick.
Und ich sage euch, schwimmen in der ganzen Beckenbreite ist echt anstrengend - vor allem, wenn man ein kleiner Eisbär ist und Wilbär heißt.
Schwimmen und balgen fordert die Kondition - das muss so sein - hier wird was geboten.
Und eine neue Übung: im Wasser sich trockenschütteln - der Bär dahinter wird zwar nässer, aber es macht Spaß.
Und nun wird es Zeit für den Mittagsschlaf. Also raus aus dem Wasser.
Und auf zum Mittagsschlaf.
Wilbärs Innenräume - endlich Ruhe vom Rummel. Und perfektes Timing - was man von der Presse nicht sagen konnte. Die hat trotz Rufe aus der Zuschauermenge gemeinerweise überzogen. Gottseidank bin ich nicht von der Presse.
Und nun ab in die Stuttgarter Wilhelma - soweit ich gehört habe, hat Wilbär täglich von 11:00 bis 15:00 die Möglichkeit zum Spiel im Freien - wenn er will und Mama Corinna es zulässt. Viel Spaß in der Wilhelma